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Wissenschaftliches

Hier sammeln wir Stimmen von Fachleuten, die sich zu Masken (v.a. selbstgemachte) und deren Schutzwirkung geäußert haben: Virolog:innen, Epidemolog:innen, Filter-Fachleute…

Hinweis: Da sich der Stand von Wissenschaft und Medizin in der aktuellen Situation der Corona-Pandemie teilweise sehr schnell ändern kann, haben wir die Einträge jeweils mit dem Datum der Quelle versehen. Im Zweifelsfall raten wir dir, selbst zu prüfen, ob es bereits aktuellere Forschungsergebnisse gibt.

(Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 03.06.2020)


Auf dieser Seite


Wissenschaftliche Studien

Hier sammeln wir relevanten wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Masken (v.a. medizinische OP-Masken und selbstgemachte Masken) im Zusammenhang mit Atemwegsinfektionskrankheiten.


Studie zur Virusfreisetzung mit und ohne Masken

Respiratory virus shedding in exhaled breath and efficacy of face masks (03. April 2020; von Forscher:innen aus China und den USA). Dazu: Nachträgliche Korrektur eines Satzes in der Studie (27. Mai 2020). Vorabveröffentlichung der Studie mit einer Infografik der Ergebnisse (07. März 2020).

Untersucht wurde die Virusfreisetzung in Tröpfchen und Aerosolen beim normalen Ausatmen (teils mit Husten) mit und ohne medizinische OP-Maske bei Menschen, die mit Influenzaviren, Rhinoviren und/oder einem jahreszeitenabhängigen Coronavirus (nicht SARS-CoV-2) infiziert waren.

Medizinische OP-Masken reduzierten den Nachweis von Influenzavirus-RNA in Atmungströpfchen und Coronavirus-RNA in Aerosolen signifikant.

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Studie zur Eigenschutz-Wirkung von selbstgemachten Masken

Testing the Efficacy of Homemade Masks: Would They Protect in an Influenza Pandemic? (August 2013, von Forscher:innen der University of Cambridge)

Hier wurde im Nachgang zur H1N1-Grippe-Pandemie im Jahr 2009 erforscht, wie wirksam selbstgemachte Masken zum Schutz vor Viren sind. Verschiedene Materialien (z. B. T-Shirts (100% Baumwolle), Stoff-Küchenhandtücher, Kopfkissenbezüge (normal und antimikrobiell), Staubsaugerbeutel, Schals, Baumwoll-Mischgewebe, Leinen und Seide) wurden auf ihre Viren-Sicherheit und Atemdurchlässigkeit getestet und mit medizinischen OP-Masken verglichen.

Alle Masken reduzierten die Anzahl der von den Proband:innen ausgestoßenen Mikroorganismen signifikant. OP-Masken waren dabei immer wirksamer als selbstgemachte Masken.

Eine einfache Zusammenfassung der Studie mit anschaulichen Illustrationen findet sich hier im oberen Teil (auf Englisch, vom 04. März 2020). Der Materialvergleich wurde hier zusammengefasst und bebildert (auf Englisch, vom 08. März 2020).

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Studie zur Sicherheit und Atemdurchlässigkeit von selbstgemachten Masken

Professional and Home-Made Face Masks Reduce Exposure to Respiratory Infections among the General Population (Juli 2008; von Forscher:innen aus den Niederlanden)

Es wurden FFP2-Masken, OP-Masken und selbstgemachte Masken (aus Stoff-Küchenhandtüchern) auf ihre Durchlässigkeit untersucht. Gesunde Freiwillige (kein geschultes medizinisches Personal) trugen verschiedene Masken und führten verschiedene Aktivitäten für kurze oder lange Dauer durch. Außerdem wurde ein mechanischer Kopf benutzt, um die drei Maskenarten bei verschiedenen Atemgeschwindigkeiten zu testen.

Alle Arten von Masken reduzierten die Aerosolexposition, dabei spielten weder die Dauer des Tragens noch die durchgeführten Aktivitäten eine signifikante Rolle. Es gab jedoch nennenswerte Unterschiede zwischen den einzelnen Testpersonen. OP-Masken waren doppelt so wirksam wie selbstgemachte Masken. FFP2-Masken waren etwa 50x wirksamer als selbstgemachte Masken und 25x so wirksam wie OP-Masken.

Eine einfache Zusammenfassung der Studie mit anschaulichen Illustrationen findet sich hier im unteren Teil (auf Englisch, vom 04. März 2020)

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Studie zu Risikofaktoren bei der Ansteckung mit SARS

Risk Factors for SARS among Persons without Known Contact with SARS Patients, Beijing, China (Februar 2004; von Forscher:innen aus China)

Es wurden mehrere Risikofaktoren bei der Ansteckung mit SARS untersucht. Die Verwendung von Masken hat das Erkrankungsrisiko deutlich gesenkt.

Anmerkung: Die hier verwendeten Masken waren vermutlich medizinische OP-Masken, da die Studie darauf hinweist, dass viele Teilnehmer:innen keine N95-Masken hatten.

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Sammlung mit weiteren wissenschaftlichen Quellen zur Wirkung von Masken

Papers about effectiveness of basic masks #masks4all (März 2020)

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Weitere Zeitungsartikel und Studien zu Materialien für selbstgemachte Masken

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Offizielle Empfehlungen in Deutschland

In diesem Abschnitt sammeln wir Aussagen offizieller, fachkundiger Stellen, die sich speziell auf die Situation in Deutschland beziehen.


Robert-Koch-Institut

Das Robert-Koch-Institut hat eine Seite zu Maskengebrauch im Alltag, die auch auf selbstgemachte Masken eingeht: „Wann ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit zum Schutz vor SARS-CoV-2 sinnvoll?“

Dort wird erklärt, wofür selbstgemachte Masken nützlich sind und welche Schutzwirkung sie bieten (und welche sie nicht bieten können).

Hier ein Auszug (Stand: 03. April 2020, abgerufen am 08.04.2020):

„Durch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder bei der gegenwärtigen Knappheit eine textile Barriere im Sinne eines MNS (sogenannte community mask oder Mund-Nasen-Bedeckung) können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz). Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein MNS oder eine Mund-Nasen-Bedeckung einen selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt (Eigenschutz).“

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Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Seite zu Masken erstellt: „Hinweise des BfArM zur Verwendung von selbst hergestellten Masken (sog. ‚Community-Masken‘), medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) im Zusammenhang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2 / Covid-19)“

Hier werden die Unterschiede zwischen selbstgemachten Masken (Community-Masken), medizinischem Mund-Nase-Schutz („OP-Masken“) und filtrierenden Halbmasken („FFP-Masken“) in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst. Außerdem finden sich dort Hinweise für Hersteller:innen von Community-Masken (v. a. zu deren korrekter Kennzeichnung und Beschreibung) und eine Erläuterung der sachgerechten Nutzung solcher Masken.

Zwei Auszüge (Stand: 31. März 2020, abgerufen am 08.04.2020):

„Den besten Schutz vor einer potentiellen Virusübertragung bietet nach wie vor das konsequente Distanzieren von anderen, potentiell virustragenden Personen. Dennoch kann die physische Barriere, die das richtige Tragen einer Community-Maske darstellt, eine gewisse Schutzfunktion vor größeren Tröpfchen und Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen bieten.“

„Trotz dieser Einschränkungen können geeignete Masken als Kleidungsstücke dazu beitragen, die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs z.B. beim Husten zu reduzieren und das Bewusstsein für ’social distancing‘ sowie gesundheitsbezogen achtsamen Umgang mit sich und anderen sichtbar zu unterstützen. Auf diese Weise können sie bzw. ihre Träger einen Beitrag zur Reduzierung der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV-2 leisten.
Fest gewebte Stoffe sind in diesem Zusammenhang besser geeignet als leicht gewebte Stoffe.“

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Podcasts auf Deutsch

Hier findest du Podcasts (teils mit Skripten zum Nachlesen), in denen sich deutschsprachige Wissenschaftler:innen zur Coronakrise äußern.


Podcast: „Das Coronavirus-Update“ (NDR, mit Prof. Christian Drosten)

In diesem Podcast von NDR Info erklärt der Virologe Prof. Christian Drosten (Lehrstuhlinhaber und Institutsdirektor an der Universitätsklinik Charité in Berlin) gut verständlich Zusammenhänge und Hintergründe zu Corona, erläutert Forschungsergebnisse und beantwortet Fragen. Auch Masken – professionelle und selbstgemachte – sind dort immer wieder Thema.

Prof. Drosten spricht sich seit Mitte März (seit Folge #15, 17.03.2020) für das Tragen selbstgemachter Masken zum Schutz anderer Menschen aus. Seinen Vorschlag, einen Schlauchschal mehrlagig über Nase und Mund zu ziehen (Folge #19, 23.03.2020), haben wir in unserem Testbericht für das Modell „Buff (Schlauchschal)“ ausprobiert.

Weil die Aussagen in einem (werk-)täglichen Podcast allerdings schneller überholt und aktualisiert sind, als wir sie hier einfügen können, verweisen wir hier nur noch generell darauf. Alle Podcast-Folgen von „Das Corona-Update“ findest du zum Nachhören und Nachlesen direkt auf der Seite des NDR.

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Podcast: „Kekulés Corona-Kompass“ (mdr, mit Prof. Alexander Kekulé)

In diesem Podcast von mdr Aktuell ordnet Prof. Alexander Kekulé (Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Virologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) ebenfalls neue Fakten, Erkenntnisse und Maßnahmen ein, berichtet über aktuelle Entwicklungen und beantwortet Fragen zu Corona. Auch hier kommen Masken – professionelle und selbstgemachte – immer wieder vor.

Prof. Kekulé spricht sich seit Mitte März (Folge #4, 19.03.2020) für das Tragen von selbstgemachten Masken zum Fremdschutz aus. Seinen Vorschlag, sich einfach „in Cowboy-Manier“ ein Tuch über Nase und Mund zu binden, haben wir in unserem Testbericht für das Modell „Cowboy-Halstuch“ ausprobiert.

Weil die Aussagen in einem (werk-)täglichen Podcast allerdings schneller überholt und aktualisiert sind, als wir sie hier einfügen können, verweisen wir hier nur noch generell darauf. Alle Podcast-Folgen von „Kekulés Corona-Kompass“ findest du zum Nachhören direkt auf der Seite des mdr.

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