Person mit Maske von Masken.Berlin aus blaugemustertem Stoff, Ansicht von vorne
Person mit Maske von Masken.Berlin aus blaugemustertem Stoff, Ansicht von der Seite

Hinweis: Die beiden Personen-Fotos in diesem Beitrag dürfen NICHT kopiert, anderswo gespeichert oder weiterverwendet werden. Sie unterliegen NICHT der Creative-Commons-Lizenz dieser Website. Das Urheberrecht für diese Bilder liegt bei Andrea.

Details zu dieser Anleitung

Quelle: xHain Hack- & Makespace: „Behelfsmasken selbst nähen“ (YouTube-Video), Anleitung und Schnittmuster (PDF)

Maskentyp: anderer Stil (ähnlich wie runder Stil, aber Maske wird im Stoffbruch zugeschnitten); mit Tunneln für variable Gummis/Bänder, herausnehmbarem Nasendraht und Tasche für auswechselbare Filterschicht

Sprache: deutsch

Verschiedene Größen? ja (medium und large) — ich habe die kleinere Größe genäht

Inkl. Kindergrößen? nein

Herstellungsdauer: Unklar, weil ich zwischendurch andere Sachen gemacht habe. Vielleicht 30-45 Minuten?

Schnittmuster dabei? ja, in Originalgröße

PDF zum Runterladen? ja: Anleitung und Schnittmuster (PDF)

Benötigtes Material und Werkzeug? (bei genähten Masken wird Nadel, Faden, Schere vorausgesetzt)

Baumwollstoff (Webstoff oder Jersey), Draht, Bänder oder Gummis zum Befestigen.

Ich habe die Maske aus Baumwollwebstoff genäht (alter Bettbezug) und benutze zum Binden Jerseyschnüre. Als Draht habe ich einen dünnen Basteldraht genommen.

Verständlichkeit der Anleitung?

Ich hatte mir das Video vorher einmal angeguckt und habe dann am nächsten Tag nur mit Hilfe des PDFs versucht, die Maske nachzunähen. Das PDF enthält den gesprochenen Text aus dem Video und einige Screenshots, plus das Schnittmuster.

Die Anleitung wurde offensichtlich nicht von Menschen getextet, die vertraut mit etablierten Näh-Fachbegriffen sind. Es werden teils eigene Umschreibungen für bestimmte Arbeitsschritte benutzt (z. B. „die Seiten des Innenstoffs werden verwahrt“ für „die offenen Kanten des Innenstoffs werden umgenäht“), und manchmal werden etablierte Begriffe für völlig andere Dinge benutzt (z. B. „Abnäher“ für eine Naht parallel zur Schnittkante oder „Schlaufe“ für den Tunnel, durch den hinterher die Gummis/Bänder gezogen werden). Daher fand ich als Person mit langjähriger Näherfahrung und entsprechenden Vokabular-Gewohnheiten den Text überraschend schwierig nachzuvollziehen und streckenweise sehr verwirrend.

Im PDF sind nicht alle Arbeitsschritte abgebildet, und die Fotos stehen leider nicht da, wo der Text gerade beschreibt, was abgebildet ist. Daher empfehle ich dringend, das Video anzugucken, weil man da zumindest sehen kann, was wo genäht wird und was mit den eigenwilligen Begriffen eigentlich gemeint ist. Möglicherweise ist es sogar einfacher, das Video ohne Ton zu gucken, weil man dann weniger von den seltsamen Bezeichnungen verwirrt wird.

Im Video/PDF fehlen auch Angaben zu Abständen, z. B. von den Nähten zum Rand. Nur auf dem Schnittmusterteil selbst ist die Nahtzugabe von 7 mm (Nähfüßchenbreite) vermerkt. Vieles muss zwar nicht millimetergenau genäht werden, aber es wäre meiner Meinung nach einfacher, für alles zumindest einen Richtwert zu haben und den auch nochmal im Text zu erwähnen.

Eigentlich ist die Maske aber ziemlich einfach zu nähen!

Ich habe daher die Anleitung unten auf dieser Seite nochmal in meinen eigenen Worten und mit den passenden Fachbegriffen formuliert – vielleicht hilft dir das beim Nachnähen?

Wichtige Erfahrungen beim Nachnähen:

Wenn man erstmal verstanden hat, was man tun soll, ist es ziemlich einfach. Das Schwierigste ist, bei den Schnittteilen nicht oben und unten zu verwechseln (wenn ich die Maske nochmal nähe, markiere ich mir das einfach gleich beim Zuschnitt auf dem Stoff oder mit einer Stecknadel). Es sind insgesamt nur 11 Nähte!

Die kleinen Nähte an Kinn und Nase habe ich jeweils vom Stoffbruch aus genäht, weil meine Nähmaschine den Stoff dann besser greift.

Weil die Maske bei mir ziemlich breit war (ich habe ein schmales Gesicht), habe ich meine Tunnelstreifen auf jeder Seite um ca. 1 cm gekürzt und dann 2x umgefaltet und festgenäht. Der fertige Tunnel ist einen knappen Zentimeter breit (reicht gerade so für ein Band mit ca. 5 mm Breite).

Wichtige Erfahrungen beim Tragen:

Die Maske sitzt bei mir sehr bequem. Es liegt kein Stoff vor den Augen, sie rutscht nicht nennenswert hoch, und sie kommt meiner Brille nicht in die Quere.

Wie bisher alle Modelle ohne extra Falten im Stoff rutscht allerdings auch diese Maske von meiner Nase, wenn ich ausgiebig gähne. Eventuell lässt sich dieses Risiko etwas verringern, wenn man die Maske fester bindet (dann drückt sie aber vermutlich). Oder man gähnt halt zurückhaltender.

Die in der Anleitung beschriebene Filterschicht habe ich noch nicht ausprobiert. Ich habe nur mal testweise zwei Blätter Klopapier in die Tasche geschoben. Das fand ich relativ fummelig. Ich nehme an, dass das mit zugeschnittenen Filtereinlagen besser funktioniert. Trotzdem geht das Einlegen von Filtern vermutlich bei Masken mit rechteckigem Schnitt bzw. größerem Eingriff (ich kriege gerade so drei Finger in die seitlichen Öffnungen) etwas besser.

Mein dünner Draht hält zwar ganz gut die Form, drückt mir aber ein bisschen zu sehr auf der Nase, weil nur eine Schicht Stoff zwischen Draht und Nase ist. Ich werde ihn also wohl noch gegen einen Heftstreifen austauschen. Man könnte theoretisch auch einen Tunnel aus einem Streifen dickeren Stoff machen, den man von innen oder außen aufnäht, und den Draht dann da hinein schieben, um mehr Polsterung zu haben.

Sonstige Anmerkungen:

Man kann hier prima Stoff mit größeren Motiven verwenden, weil es bis auf die kleinen Nähte an Nase und Kinn keine Teilungsnähte oder Falten gibt. Wenn man ein symmetrisches Motiv hat, kann man den Stoffbruch genau in dessen Mitte legen.

Ich habe die Maske auch noch wem anders aufgesetzt. Diese Person bräuchte einen etwas höheren Sitz an der Nase und einen etwas anderen Winkel der Nasennaht. Sowas kann man relativ einfach im Schnittmuster ändern, was die Maske vergleichsweise einfach anpassbar macht. Ich fand dazu die Schemazeichnung oben auf dem Schnittmuster sehr hilfreich, um zu verstehen, wie die einzelnen Maße und Proportionen sich zueinander und zum Gesicht verhalten.

Getestet von: Andrea (hat auch die Fotos gemacht)


Anleitung von mir neu getextet:

  • Pro Stoffteil jeweils die kleine Naht an Kinn und Nase mit etwa 7 mm Nahtzugabe (Nähfüßchenbreite) zwischen Stoffkante und Stoffbruch schließen und an beiden Enden verriegeln. Ggf. Nähte zur Seite umbügeln.
  • Offene Längskanten der Seitenteile zur linken Stoffseite hin umfalten und ca. 1 cm von der Kante entfernt festnähen.
  • Stoffteile rechts auf rechts (mit den „schönen“ Seiten) aufeinanderlegen. Die Nähte von Kinn bzw. Nase müssen dabei jeweils aufeinander liegen. Die Kanten oben und unten von der Mitte aus feststecken, dabei die Nahtzugaben an Kinn und Nase in einem Teil nach links und im anderen nach rechts legen (so dass eine NZ auf jeder Seite liegt). Stoffteile oben und unten mit 7 mm Nahtzugabe zusammen nähen.
  • Maske wenden (jetzt sind die beiden schönen Seiten außen), ggf. Kanten bügeln. Überstehende Nahtzugabe des Außenteils umklappen, ggf. feststecken. Oben und unten von Stoffkante zu Stoffkante knappkantig absteppen. Die überstehende Nahtzugabe wird also mit festgenäht.
  • Die überstehenden Seiten des Außenteils 1-2x umfalten (je nach Breite des Gesichts und des Gummis/Bands; ggf. vorher noch etwas kürzen) und ebenfalls knappkantig festnähen (Enden verriegeln). Das ergibt die Tunnel für die Gummis/Bänder.
  • An der Oberkante von der Nasennaht je 6-7 cm nach links und rechts abmessen, mit Stecknadel markieren. Strecke zwischen den Nadeln mit ca. 7 mm Abstand (Nähfüßchenbreite) zur bestehenden Naht nähen, beide Enden verriegeln. Das ergibt den Tunnel für den herausnehmbaren Nasendraht.
  • Gummis/Bänder nach Wunsch durch die Tunnel an den Seiten fädeln (man kann die Maske mit Ohrgummis, Kopfgummis oder Bindebändern tragen).
  • Draht in ca. 10-12 cm Länge abschneiden und an den Enden zu kleinen Ösen biegen. Draht in den Tunnel schieben. Fertig!