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Tipps und Tricks: Herstellung, Material und Werkzeuge

Hier sammeln wir Informationen zu möglichen Materialien und Werkzeugen zum Selbermachen von Masken. Wir versorgen dich mit Tipps und Tricks, wie du die Größe von Schnittmustern anpassen kannst, das Herstellen von Masken schneller und einfacher gestalten kannst und was du beim Masken nähen für andere Menschen beachten musst.

Die Hinweise auf dieser Seite sind allgemein und anleitungs-übergreifend. In unseren Testberichten zu den einzelnen Anleitungen findest du oft noch weitere Tipps, wie wir das Nähen einzelner Modelle vereinfacht haben oder womit wir nicht-vorhandene Materialien ersetzt haben.l

Wenn du selbst noch einen Tipp hast, den wir noch nicht hier aufgeschrieben haben, kannst du ihn gerne in den Kommentaren unten auf der Seite ergänzen. Oder du schickst uns deinen Tipp über unser Kontaktformular zu.

(Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 27.06.2020.)

Auf dieser Seite:

Tipps und Tricks zum Herstellen von Masken


Welche Materialien und Werkzeuge brauche ich zum Masken machen?

Wie kann ich ausverkaufte oder fehlende Materialien ersetzen?

Hier ist eine Liste von Materialien und Werkzeugen, die häufig zum Selbermachen von Alltagsmasken gebraucht werden. Schau aber immer zuerst in die von dir gewählte Anleitung, was dort an Materialien und Werkzeugen angegeben ist, denn nicht alle Masken brauchen alle hier aufgeführten Bestandteile. Manche Masken benötigen auch zusätzliche Materialien oder Werkzeuge, die wir hier nicht genannt haben.

Wir nennen immer auch Alternativen, die du nutzen kannst, wenn du das gewünschte Material nicht da hast bzw. nicht bekommen kannst, weil es gerade ausverkauft ist.

Hier kannst du außerdem wissenschaftliche Hintergründe zum Gebrauch und zur Schutzwirkung von selbstgemachten Masken aus verschiedenen Materialien nachlesen.


Stoffe

Stapel aus gefalteten Baumwollstoffen in verschiedenen Farben und Mustern
Baumwollstoffe in vielen Farben und Mustern

Der verwendete Stoff für wiederverwendbare Masken muss bei mindestens 60°C waschbar (besser: kochfest) sein. Am besten ist 100% Baumwolle geeignet, als Webstoff oder als Jersey (Gestrick).

Das Gewebe bzw. Gestrick soll möglichst dicht sein, aber trotzdem noch durchlässig genug zum Atmen. Wie dicht dein Stoff ist, kannst du überprüfen, indem du ihn gegen eine Lichtquelle hältst. Je weniger Lichtpunkte du sehen kannst und je kleiner diese sind, desto dichter ist dein Stoff und desto mehr Schutz bietet er.

Die ideale Materialkombination für Stoffmasken besteht laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus drei Schichten (Stand: 05.06.2020):

  • innen: saugfähiges (hydrophiles) Material (z.B. Baumwolle oder Baumwollmischungen)
  • mittig: Filterschicht aus nicht-gewebtem Vlies-Material (z.B. Polypropylen, Baumwolle), entweder fest vernäht oder herausnehmbar
  • außen: wasserabweisendes (hydrophobes) Material (z.B. Polypropylen, Polyester oder deren Mischungen)

Stoffe aus 100% kochfester Baumwolle findest du in Stoffläden z. B. unter diesen Namen: Molton, Baumwollköper, Baumwollfahnentuch, Baumwoll-Voilé, Batist, Patchwork-Stoff, Quilting-Stoff.

Statt neuer Stoffe kannst du auch alte Bettwäsche, Laken, Stofftaschentücher, Küchenhandtücher, Schürzen, Bandanas / Halstücher, Hemden, T-Shirts oder andere aussortierte Kleidungsstücke oder Haushaltsstoffe aus 100% Baumwolle benutzen.

Prüfe besonders bei großflächigen Aufdrucken oder anderen Beschichtungen auf dem Stoff vor dem Nähen bitte die Atemdurchlässigkeit. Bei der Wahl von Stoffen, v.a. mit Aufdrucken und Beschichtungen, solltest du auch überlegen, ob sie wirklich dafür geeignet sind, dass du sie längere Zeit direkt vor Mund und Nase hast und durch sie atmest (bzw. sie direkt einatmest, wenn sich kleine Partikel davon lösen). Wenn dein Stoff einen Kunststoff-Aufdruck hat (z. B. wenn du ein altes T-Shirt verwendet hast), kann es außerdem sein, dass dieser durch heißes Bügeln schmilzt und dir dein Bügeleisen verklebt. Um dieses Risiko zu verringern, kannst du den Stoff entweder von der anderen Seite bügeln (wenn möglich) oder einen dünnen Baumwollstoff zwischen Bügeleisen und Aufdruck legen. Oder du wählst ein Stoffstück ohne Aufdruck.

Dickere bzw. festere Stoffe geben deiner Maske mehr Stabilität, machen es jedoch ggf. schwerer, die Maske gut an deine Gesichtsform anzupassen. Sie machen das Atmen etwas schwerer, bieten aber evtl. eine etwas höhere Schutzwirkung. Auch wichtig bei der Stoffauswahl: Fast alle Masken mit Falten (das sind fast alle im OP-Stil) haben an einigen Stellen bis zu acht Lagen Stoff übereinander liegen, wenn du ungenau faltest, sogar noch mehr. Nicht alle Nähmaschinen schaffen Nähen von so vielen Stoffschichten bei dickeren Stoffen problemlos (vom Nähen mit der Hand ganz zu schweigen – da wird es dann definitiv Zeit für einen Fingerhut!).

Dünnere bzw. fließendere Stoffe machen es leichter, deine Maske an deine Gesichtsform anzulegen, sie sind jedoch ggf. weniger stabil. Dafür kannst du wahrscheinlich besser dadurch atmen, hast aber evtl. eine etwas geringere Schutzwirkung.

Elastische Stoffe (Jersey, T-Shirt-Stoff) brauchst du nicht versäubern (das spart Zeit), aber sie können für Ungeübte wegen ihrer Dehnbarkeit schwieriger zu verarbeiten sein als nicht-elastische Webstoffe. Für Alltagsmasken darf der Stoff beim Nähen und Tragen außerdem nicht gedehnt werden, weil sich dadurch die Durchlässigkeit der Maske und damit das Übertragungsrisiko erhöht. Wenn du für deine Maske eine Schicht Jersey und eine Schicht Webstoff verwendest, kannst du eine starke Dehnung zumindest beim Tragen verhindern.

Zum Testen deiner Material-Zusammensetzung kannst du eine kleine Ecke abschneiden und über einem feuerfesten Gefäß/Teller anzünden. Wenn es 100% Baumwolle ist, verbrennt der Stoff rückstandslos und zerbröselt zwischen den Fingern.

Vor dem Zuschneiden solltest du deinen Stoff einmal bei mindestens 60°C (besser 90°C) waschen, um eventuelle Rückstände aus der Herstellung zu entfernen und um zu verhindern, dass dir deine fertige Maske hinterher beim Waschen einläuft. So kannst du auch gleich prüfen, ob die Farben ebenfalls kochfest sind oder ob sie abfärben.

Schau gerne auch auf der Seite „Wissenschaftliches“ nach, wo wir weitere Links zu Materialtests und -empfehlungen zusammengetragen haben!

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Filter-Einlagen

Detail: Maske mit Filtertasche, in die ein Stück gefaltetes Küchenpapier eingeschoben wird
Küchenpapier als Filtereinlage

Manche Anleitungen sehen entweder eine fest vernähte Filterschicht vor oder lassen eine Tasche offen, in die du später eine Einweg-Filterschicht einschieben kannst. Gemeinsam ist allen Filtereinlagen, dass sie nicht gewebt oder gestrickt sind, sondern (einfach gesagt) ein Vlies aus vielen einzelnen Fasern bilden, die kreuz und quer zueinander liegen. Dadurch entstehen sehr viel kleinere Löcher im Material als bei einem Gewebe oder Gestrick.

Für fest vernähte Filterschichten kannst du z. B. eine dünne Näh-Einlage verwenden. Die gibt es zum Einlegen und zum Aufbügeln. Wir wissen allerdings nicht, ob in der Bügeleinlage Chemikalien enthalten sind, die nicht dafür geeignet sind, sie direkt vor Mund und Nase zu tragen. Hier solltest du also entweder selbst noch genauer recherchieren oder eine Maske mit auswechselbarer Filterschicht wählen. Eventuell findest du in diesem Video genauere Hinweise auf geeignete Materialien.

In den USA wird auch das Material verwendet, aus dem einige Mehrweg-Einkauftaschen gemacht werden (ein Markenname ist „Oly-Fun“). Es fühlt sich an wie Stoff, ist aber aus Polypropylen. Das Material ist wasserabweisend, abwaschbar, leicht zu verarbeiten und kann bei Stufe 1 mit einer zusätzlichen Baumwollschicht dazwischen gebügelt werden. Die Atemdurchlässigkeit ist sehr gut, aber es ist relativ steif und daher ggf. nicht für alle Maskenmodelle geeignet.

Als Einweg-Filterschichten benutzen viele Anleitungen entweder Küchenpapier, Einweg-Taschentücher (aus der kleinen Plastikverpackung) oder dünne Papiertaschentücher (aus der Spendebox). Wenn deine Maske rund oder anders nicht-rechteckig ist, kannst du diese Einlagen ggf. in Form schneiden (das wird z.B. in dieser Anleitung gezeigt), damit sie besser in die Tasche passen. Manche Anleitungen empfehlen, zwei Schichten zu verwenden, die im 90°-Winkel zueinander verdreht werden, um eine besonders gute Filterleistung zu erzeugen. Wir empfehlen dir dazu ggf. eine weiterführende eigene Recherche.

Inzwischen gibt es auch mehrere Unternehmen, die kommerzielle Einlege-Filter für Masken anbieten. Einige dieser Filter sind waschbar, andere sind Einwegprodukte, die beim Waschen ihre Filterwirkung verlieren. Diese Filter unterscheiden sich in ihrer Dichte und Festigkeit teils sehr stark und sind manchmal nur für einen bestimmten Maskentyp geeignet. Auch die Atemdurchlässigkeit ist sehr unterschiedlich. Hier musst du also ggf. etwas herumprobieren, bis du einen passenden Filter für dich und deine Maske gefunden hast.

Manche Anleitungen empfehlen auch Staubsaugerbeutel, entweder als einziges Material oder als zusätzliche Filtereinlage. Staubsaugerbeutel und Staubsaugerfilter sind natürlich nicht dafür gemacht, dass man sie sich direkt vor Mund und Nase hält und durch sie atmet. Sie wurden diesbezüglich auch nicht auf Sicherheit geprüft. Manche dieser Beutel bzw. Filter enthalten Pulver oder Fasern aus Polymeren, die beim Einatmen eine gesundheitsschädigende Wirkung haben können. Wir empfehlen dir daher vor der Verwendung von solchen Materialien eine gründliche eigene Recherche, ob sie für die Verwendung in einer Mund-Nase-Maske geeignet sind oder ob du lieber darauf verzichten solltest.

Keine der hier oder in den einzelnen Anleitungen beschriebenen Filterschichten hat jedoch eine medizinische Zertifizierung für den Infektionsschutz. Alle Materialien sind (ebenso wie die fertigen Alltagsmasken) Notbehelfe, die die Versorgungslücke mit medizinischen Masken überbrücken sollen.

Wenn du zusätzliche Filterschichten verwenden möchtest, solltest du vorher einen Test auf deren Atemdurchlässigkeit machen. Denn der tollste Filter nützt dir ja nicht viel, wenn du dann am Ende nicht mehr genug Luft durch deine Maske bekommst, sobald sie sachgemäß rundum dicht an deinem Gesicht anliegt!

Schau gerne auch auf der Seite „Wissenschaftliches“ nach, wo wir weitere Links mit Materialtests und -empfehlungen zusammengetragen haben!

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Gummiband

Detail: Gummibänder an mehreren Masken
Gummibänder an Alltagsmasken (Ohrgummis)

Für Ohrgummis sollten die Gummibänder nicht breiter als 5 mm sein. Eventuell sind runde, dünnere Gummis / Gummikordeln bequemer (s.o.). Kopfgummis können auch etwas breiter sein (z. B. 1-2 cm), dann verteilt sich der Druck besser.

Gummiband findest du in Stoffläden und manchen Supermärkten auch unter dem Namen Textilgummiband oder Gummilitze. Rundes Gummiband heißt oft auch Gummikordel oder Elastikkordel. Vielleicht findest du in einer Drogerie auch Haargummis in der passenden Größe und Dehnbarkeit, die du gleich fertig einnähen kannst. Haushaltsgummis ohne schützende Textilumhüllung sind wirklich nur als Notbehelf geeignet. Sie reißen schnell, können die Haut reizen (v. a. bei Gummi- und Latexallergien), und verdrehen sich schnell mit dünnen Haaren (und lassen sich dort kaum wieder entwirren).

Wenn du kein Gummiband bekommen kannst, kannst du stattdessen Jerseyschnüre oder zerschnittene Feinstrumpfhosen / Feinstrümpfe benutzen.

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Jerseyschnur, Feinstrumpfhosen

Schnüre aus Jerseystoff mit Stoffrest und Schere
Jerseyschnüre / Jerseynudeln

Wenn du kein Gummiband hast und es überall ausverkauft ist, kannst du auch Jerseyschnüre benutzen (manche sagen auch Jerseynudeln dazu). Manche Stoffläden verkaufen sie fertig von der Rolle. Du kannst sie aber auch selber machen. Dazu schneidest du Jerseystoff (oder alte T-Shirts) in ca. 2-3 cm breite Streifen. Die dehnst du dann nach(!) dem Zuschneiden einmal sehr weit auseinander. Dadurch rollen sie sich zusammen. Das ergibt elastische und sehr bequeme Bänder, die man sowohl um die Ohren als auch um den Kopf binden kann. Außerdem spart es Zeit, weil man nichts versäubern oder vernähen muss.

Wenn du Längsstreifen schneidest (mit dem Fadenlauf), ist die Vorderseite des Stoffs außen, und die Rückseite verschwindet im Inneren des Röllchens. Wenn du Querstreifen schneidest (quer zum Fadenlauf), landet die Rückseite des Stoffs immer außen, d.h. ein eventueller Aufdruck verschwindet im Inneren des Röllchens. Bei durchgefärbten Stoffen ist es also relativ egal, ob du längs oder quer schneidest.

Mit einem Rollschneider und einem Lineal, an dessen Kante du entlang schneiden kannst, geht das Schneiden viel schneller, denn Jerseystoff lässt sich nicht reißen.

Wenn dein Stoff nicht breit bzw. lang genug für die gewünschte Befestigungsart ist, kannst du die Jerseybänder notfalls auch zusammensetzen (v. a. wenn du die zusammengenähte Stelle dann in einem Seitentunnel deiner Maske verschwinden lassen kannst).

Nach demselben Prinzip kannst du auch zerschnittene Feinstrumpfhosen / Feinstrümpfe benutzen. Diese ribbeln allerdings evtl. eher auf und müssen häufiger ausgetauscht werden. Auch das Zusammennähen ist wegen der Feinheit des Materials erheblich schwieriger. Dafür kannst du sie in noch dünnere Streifen schneiden oder gleich die fertigen Ringe aus einem quer durchgeschnittenen Strumpfbein benutzen.

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Schrägband

Schrägband gekauft (orange) und selbstgemacht (lila-grün) mit Maskenrändern, die mit Schrägband eingefasst wurden
Schrägband: fertig gekauft (orange) und selbstgemacht (lila-grün), am Rand Masken mit Schrägband-Einfassung

Als nicht-elastische Bindebänder und zum Einfassen von Maskenkanten kannst du fertiges Schrägband benutzen. Wenn das überall ausverkauft ist, kannst du dir selber Schrägband machen. Richtiges Schrägband wird diagonal im 45-Grad-Winkel zum Fadenlauf geschnitten (deshalb heißt es Schrägband) und ggf. aus mehreren Stücken zusammengesetzt (hier im Video wird gezeigt, wie das geht; eine andere Variante gibt es im Video von dieser Anleitung). Dadurch legt es sich besonders gut um Rundungen, die man damit einfasst.

Wenn du aber bloß gerade Bindebänder zum Einfassen deines rechteckigen Stück Stoffs nähen willst, kannst du dein „Schräg“band auch einfach aus geraden Stoffstreifen zuschneiden oder sogar -reißen (längs oder quer zum Fadenlauf bei Webstoff). Für 1 cm breites Band schneidest du 4 cm Stoff in der gewünschten Länge zurecht (wenn du den Stoff reißt, gib 1-2 mm in der Breite dazu, weil er beim Reißen immer etwas ausfranst). Du kannst die Länge auch aus mehreren Stücken zusammensetzen (so kannst du gut Stoffreste aufbrauchen). Diesen Streifen faltest du einmal der Länge nach zusammen und bügelst über die Kante. Dann faltest du jeweils die Schnittkanten ebenfalls längs zur Mitte (das ist der Knick, den du eben eingebügelt hast) und bügelst diese ebenfalls. Am Ende klappst du den Streifen wieder in der Mitte zusammen und bügelst nochmal drüber. Er sollte jetzt 1 cm breit sein. Hier im Video wird gezeigt, wie das Bügeln geht (mitsamt einem raffinierten Trick mit Stecknadeln zum Zeit sparen); eine andere Variante gibt es im Video von dieser Anleitung).

Es gibt auch Schrägbandformer in verschiedenen Breiten zu kaufen, die dir die Faltarbeit abnehmen. Wenn du sehr viele Masken mit Schrägband nähen willst, lohnt sich vielleicht die Anschaffung? Wenn du Zugang zu einem 3D-Drucker hast, kannst du dir auch selbst einen Schrägbandformer ausdrucken (z. B. mit dieser 3D-Druck-Datei von Thingiverse). Oder du nutzt die Schrägbandformer-Technik mit Stecknadeln und Bügelbrett, die hier im Video gezeigt wird.

Alternativ kannst du als „Schräg“band auch Jerseystoff in Streifen schneiden und damit dein Maskenteil einfassen. Jersey franst nicht aus, also musst du nichts vernähen und sparst so Zeit. (Jersey kann allerdings wegen der Dehnbarkeit für Nähanfänger:innen schwerer zu verarbeiten sein als nicht-elastische Webstoffe.)

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Kordeln und andere nicht-elastische Bänder

Verschiedene Kordeln, Schnürsenkel und nicht-elastische Bänder
Kordeln, Schnürsenkel, Geschenkband

Du kannst auch fertige Kordeln verwenden, entweder neu gekauft (gibt es im Stoffladen von der Rolle) oder z. B. aus einem alten Hoodie / Kapuzenpullover herausgezogen. Oder du machst dir deine Kordel selbst aus mehreren Fäden Baumwolle (hier ist ein kurzes Video, das zeigt, wie es geht). Schnürsenkel eignen sich ebenfalls, wenn sie lang genug sind. Auch Geschenkband aus Stoff ist eine Möglichkeit (gibt es auch in manchen Supermärkten, Drogerien oder Papierwarenhandlungen).

Wenn du nicht sicher bist, aus welchem Material deine Bänder oder Kordeln sind, empfehlen wir dir, die Bänder vor dem Zuschneiden und der Verarbeitung einmal testweise bei mindestens 60°C zu waschen oder 5 Minuten lang auszukochen, um zu prüfen, ob das Material hitzebeständig genug ist. Auch hier kannst du den Feuertest machen, den wir im Abschnitt „Stoffe“ beschrieben haben.

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Draht, Heftstreifen, Nasenbügel

Verschiedene Drähte, Heftstreifen und Zangen
Draht, Heftstreifen und Zangen

Viele Community-Masken haben einen fest vernähten oder herausnehmbaren Nasendraht. Er dient dazu, die obere Kante der Maske besser an die Gesichtsform anzupassen. Das macht die Maske dichter und damit sicherer. Außerdem nimmt der Draht etwas Druck vom Nasenrücken und macht die Maske so bequemer. Wichtiger Nebeneffekt für Brillenträger:innen: Mit gut geformtem Draht beschlägt die Brille weniger (zum Thema Brillen unten noch mehr).

Als Draht kannst du z. B. Basteldraht, Blumendraht, Gefrierbeutelverschlüsse, Pfeifenreiniger / Chenilledraht, aufgebogene Büroklammern, Draht aus alten Collegeblöcken, die dünnen Metallstreifen aus Heftstreifen oder Kupferdraht aus alten Stromkabeln (gibt es manchmal als Abfall im Baumarkt, auf Baustellen oder bei Elektriker:innen) verwenden. Es gibt inzwischen auch Hersteller, die extra Nasenbleche aus Aluminium für Alltagsmasken herstellen.

Draht schneidest du am besten mit einer dafür geeigneten Zange (Drahtschneider). Notfalls geht bei dünnem Draht und kleinen Mengen auch eine Allzweckschere. Auf keinen Fall eine (meist ziemlich teure) Stoffschere zum Schneiden von Draht benutzen, weil davon die Schneide kaputt gehen kann!

Dünnen Draht solltest du dann am Ende umbiegen (siehe Fotos weiter unten), da sonst Verletzungsgefahr besteht bzw. der Draht Löcher in den Stoff bohren kann. Manchmal entstehen beim Schneiden auch sehr scharfe Kanten an den Drahtenden. Die kannst du ebenfalls mit einer Zange etwas abstumpfen oder notfalls mit Klebeband umkleben (Klebeband ist allerdings nicht kochfest und kann sich generell beim Waschen lösen – es eignet sich also eher für herausnehmbare Drähte, die du vor dem Waschen herausnimmst). Wenn deine Heftstreifen kleine Ecken haben, kannst du diese umbiegen (siehe Fotos weiter unten). Wenn du Schrumpfschlauch hast (gibt es im Elektrobedarf), kannst du z. B. Heftstreifen auch damit ummanteln. Das verringert die Verletzungsgefahr für die Träger:innen und schont den Stoff (v. a. bei herausnehmbaren Drähten, die mehrfach hin und her geschoben werden).

Wenn dein Draht eine Plastikumhüllung hat, solltest du vorher testen, ob diese beim Auskochen schmilzt (dann lieber einen anderen Draht verwenden). Auch beim Bügeln können Plastikteile oder Klebestreifen an deinem Draht schmelzen. Wenn du den Draht zum Waschen der Maske herausnehmen möchtest, wähle eine entsprechende Anleitung oder ändere die vorhandene Anleitung entsprechend ab.

Je nach Materialzusammensetzung kann dein Draht bzw. Metallstreifen beim wiederholten Waschen auch rosten. Schlimmstenfalls wird das Metall dann brüchig und kann dich verletzen. Dein Stoff kann auch Rostflecken bekommen. Wenn du bemerkst, dass dein Draht nach einigen Wäschen rostet, solltest du ihn austauschen.

Ob du runde Drähte oder flache Metallstreifen bequemer findest, musst du ggf. ausprobieren. In unserem Team finden v. a. die Brillenträger:innen die flachen Streifen (z. B. Heftstreifen) angenehmer als runde Drähte. Auch die Dicke des Drahtes kann das Tragegefühl verändern. Manche bevorzugen dünne Drähte, die wenig Gewicht haben, andere mögen lieber dickere Drähte, die besser die Form halten. Einige mögen die extra Polsterung, die ein Chenilledraht / Pfeifenreiniger bietet, andere finden ihn zu weich und bevorzugen einen festeren Sitz des Drahtes.

In den folgenden Fotos zeigen wir dir, wie du die verschiedenen Drähte zurechtbiegen kannst.

Büroklammer als Nasendraht
Chenilledraht / Pfeifenreiniger als Nasendraht
Heftstreifen als Nasendraht

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Sonstiges Zubehör und Werkzeug

Verschiedenes Nähzubehör: Nähmaschine, Stoffklammern, Basteldraht, Stecknadeln, Stopfnadeln, Zange. Stift, Schere, Nahtauftrenner
Nähzubehör: Nähmaschine, Stoffklammern, Basteldraht, Stecknadeln, Stopfnadeln, Zange, Stift, Schere, Nahtauftrenner

Wenn du Schnittmusterteile auf den Stoff übertragen willst, kannst du sie z. B. mit Schneiderkreide, einem weichen Bleistift oder einem anderen Stift umfahren. Wenn du Filzstifte oder Kugelschreiber benutzt, kann es sein, dass sich die Linien hinterher nicht komplett auswaschen lassen und andere Stoffschichten mit verfärben. Es gibt auch spezielle Textilmarker, die beim Waschen oder Bügeln verschwinden. Schnittmusterteile aus dünnerem Papier kannst du vor dem Umzeichnen mit Stecknadeln feststecken, damit sie nicht verrutschen. Wenn du dein Schnittmuster immer wieder verwenden willst, kannst du dir auch eine Schablone aus festem Papier oder dünnem Karton (z. B. aus einer Tiefkühlpizza-Verpackung) machen. Du kannst auch deine ausgedruckte Papierschablone auf einen dünnen Karton kleben und dann ausschneiden. Eine festere Schablone macht das Umzeichnen einfacher, weil das Papier nicht so leicht knittern oder verrutschen kann. Du musst sie allerdings etwas sorgfältiger festhalten. Oder du legst/stellst kleine schwere Dinge (z. B. große Unterlegscheiben aus Metall, kleine Sandsäckchen, einen leeren Kaffeebecher…) auf dein Schnittmuster, dann hast du beide Hände frei.

Zum Abmessen von Stoffkanten und Bandlängen kannst du ein Lineal, einen Zollstock oder ein Maßband benutzen. Um ordentliche rechte Winkel zu zeichnen, kann ein Geodreieck oder Zeichenwinkel nützlich sein. Wenn du kein Messwerkzeug hast, kannst du auch eine Seite normales Karopapier nehmen und abzählen: ein Kästchen ist normalerweise 0,5 cm breit, d.h. zwei Kästchen sind 1 cm, zehn Kästchen sind 5 cm und so weiter. Durch das Karomuster hast du auch automatisch rechte Winkel in deinem Muster (hier findest du ein Beispiel dafür). Um rechte Winkel zu bekommen, kannst du die meisten Baumwoll-Webstoffe aber auch einfach reißen (dazu schneidest du den Stoff am Rand ca. 1 cm weit ein und ziehst dann die Stoffbahnen links und rechts von dem Einschnitt kräftig auseinander). Dadurch ist deine Reißkante dann automatisch im Fadenlauf und deine Ecken sind rechtwinklig.

Zickzackschere mit einem teilweise damit durchschnittenen Stoff mit Scherenmuster
Zickzackschere / Zackenschere

Eine gute Stoffschere oder ein Rollschneider (mit Schneidematte) erleichtern dir das Zuschneiden gerader Kanten, v. a. wenn du mehrere Stoffschichten auf einmal schneiden möchtest. Eine halbwegs scharfe Allzweckschere / Haushaltsschere geht aber auch. Größere Scheren eignen sich oft besser für lange, gerade Schnitte; mit kleineren Scheren kommst du dafür besser in die Ecken von manchen Schnittmusterteilen. Wenn du eine Zickzackschere / Zackenschere hast, kannst du dir damit einiges an Versäuberungsarbeit sparen.

Die meisten Anleitungen für Masken zum Nähen gehen davon aus, dass du eine Nähmaschine hast. Du kannst die meisten Masken aber ebenso gut mit der Hand nähen. Das dauert allerdings deutlich länger. Es gibt auch ein paar Modelle, die ganz ohne Nähen auskommen.

Als Nähgarn ist alles geeignet, was kochfest ist. Auch hier kannst du bei Bedarf einen Materialtest mit der im Abschnitt „Stoffe“ beschriebenen Feuerprobe machen. Wenn du möchtest, kannst du das Garn für sichtbare Nähte farblich passend zu deinem Stoff wählen – oder umgekehrt für die im Inneren versteckten Nähte und Versäuberungen farbiges Garn aufbrauchen, das dir sonst nicht gefällt. Am besten benutzt du für Oberfaden und Unterfaden das gleiche Garn, denn wenn der eine Faden dicker ist als der andere, wird die Naht ungleichmäßig und kann reißen.

Wenn du doch mal etwas falsch genäht hast (das passiert uns allen irgendwann), hilft dir ein Nahtauftrenner (auch: Nahttrenner), die entsprechende Naht zu entfernen. Du kannst aber auch eine Nagelschere oder eine andere kleine Schere benutzen, um die unerwünschten Fäden zu lösen und herauszuziehen.

Stecknadeln und/oder Stoffklammern sind hilfreich, um z. B. Falten vor dem Nähen zu fixieren. Du kannst dir aber notfalls auch mit Büroklammern oder Sicherheitsnadeln helfen oder den Stoff einfach festhalten und direkt nähen. Vielleicht funktionieren auch kleine Stücke doppelseitiges Klebeband (da bitte keinesfalls drüberbügeln, sonst verklebst du dir den Stoff und dein Bügeleisen).

Ein Bügeleisen mit Bügelbrett oder Bügelplatte (notfalls geht auch ein mehrfach gefaltetes dickes Handtuch auf einer Tischplatte oder dem Fußboden) hilft dir, unerwünschte Falten aus deinem Stoff zu entfernen und erwünschte Falten einzubügeln, Nähte flach auseinander zu bügeln, Schrägband selbst zu machen und den Stoff vor dem Nähen zu desinfizieren. Du kannst zum Falzen von Stoffkanten aber auch einen Fingernagel oder einen abgerundeten, harten Gegenstand benutzen. Ohne Bügeleisen wird deine Maske wahrscheinlich weniger ordentlich, aber die meisten Modelle bekommst du trotzdem hin.

Wenn dein Maskenmodell seitliche Tunnel für eine auswechselbare Befestigung hat, kannst du die Bänder mit einer dicken, stumpfen Stopfnadel / Teppichnadel dort durchfädeln. Du kannst auch eine kleine Sicherheitsnadel nehmen, die du in das Ende deines Bands stichst, zumachst und dann durch den Tunnel schiebst. Oder du nimmst ein Stück dicken Strohhalm, schiebst dein Bandende dort fest hinein oder klebst es außen mit einem Stück Klebeband fest und schiebst es so durch den Tunnel. Eventuell klappt es auch, wenn du das Ende von deinem Band fest mit Klebeband umwickelst und dieses festere Teil dann zum Durchfädeln benutzt. Oder du nutzt ein Stück Draht, an dem du dein Band zum Durchziehen festklebst oder am Ende durch eine gebogene Öse ziehst. Wenn der Tunnel kurz und breit genug ist, kannst du auch probieren, ob du eine Pinzette durchschieben kannst, mit der du dann dein Bandende greifst und es auf dem „Rückweg“ durchziehst. Es gibt auch spezielle „Wendenadeln„, die eigentlich zum Wenden von schmalen Stofftunneln gedacht sind, die du aber ebenfalls zum Durchziehen von Bändern durch Tunnel benutzen kannst. Eventuell funktioniert auch eine „Dressiernadel“ aus dem Lebensmittelbereich. Oder du legst dein Band einfach schon vor dem Zunähen des Tunnels ein, dann sparst du dir das mühselige Fädeln (dann musst du nur aufpassen, dass du das Band nicht versehentlich mit festnähst).

Wenn du Draht verwendest, brauchst du eine Zange (Drahtschneider) zum Durchknipsen und eine Zange zum Umbiegen der Enden (Spitzzangen sind besonders geeignet). Manche Zangen haben auch eine integrierte Schneidefunktion.

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Wie teste ich mein Masken-Material auf Atemdurchlässigkeit?

Lege vor dem Zuschneiden/Nähen die beschriebene Anzahl Schichten deines Materials übereinander (ggf. inklusive der genannten Filterschicht). Halte die zusammengenommenen Schichten mit den Händen eng um deine Nase und deinen Mund. Atme ein paar Mal ein und aus. Du kannst dich damit auch bewegen (z. B. herumgehen, Treppe steigen, Kniebeugen machen, auf und ab hüpfen), um zu testen, wie sich das Material bei Belastung anfühlt.

Es ist normal, dass sich deine Atmung etwas eingeschränkter anfühlt als ohne Maske. Aber du solltest keine Atemnot bekommen. Wenn dir das Material zu dicht ist, kannst du z. B. eine Schicht weniger nehmen oder ein dünneres Material nutzen. Hauptsache, deine Maske liegt rundherum dicht an deinem Gesicht an, so dass möglichst viel der Luft beim Ein- und Ausatmen durch den Maskenstoff geht (anstatt außen an der Maske vorbei). Umso besser ist dann nämlich die Schutzwirkung.

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Wie kann ich einen Maskenschnitt vergrößern oder verkleinern?

Selbstgezeichnetes Schnittmuster aus Karopapier mit Markierungen für drei Größen
Schnittmuster vergrößern und verkleinern mit Karopapier (mehr Info)

Viele Masken-Anleitungen haben sowieso Schnittmuster in mehreren Größen dabei (oft auch in Kindergrößen). Bei diesen Modellen brauchst du also bloß die richtige Größe auswählen, um eine passende Maske zu bekommen.

Wenn deine Anleitung nur eine Einheitsgröße als Schnittmuster zum Ausdrucken hat, kannst du den Ausdruck auch etwas größer (z. B. 110%) oder kleiner (z. B. 90%) einstellen, um die Maske für andere Größen anzupassen.

Andere Masken bestehen im Grundschnitt aus einfachen Rechtecken, die du unkompliziert selbst größer oder kleiner machen kannst, indem du oben/unten bzw. seitlich 1-2 cm zugibst oder wegnimmst (in diesem Testbericht wird erklärt, wie das ganz einfach mit Hilfe von Karopapier geht). Du kannst also z. B. mit einem Maßband oder Faden quer über die Nase die Breite abmessen, die du an deinem Gesicht mit der Maske bedecken möchtest (beim Zuschnitt eventuelle Nahtzugaben oder Platz zum Umfalten von Tunneln nicht vergessen!). Wenn dir die Maske zu lang ist, kannst du beim Zusammennähen auch eine weitere Falte einbauen (das haben wir bei dieser Maske gemacht, die versehentlich zu groß zugeschnitten wurde).

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Was muss ich beachten, wenn ich Masken für andere Menschen nähen möchte?

Wenn du schon weißt, für wen deine Masken sein sollen, frag am besten die Person oder Einrichtung, welche Maskenform und welche Befestigungsart sie bevorzugen. Manche großen Wäschereien haben Probleme mit Bindebändern, die sich verheddern oder mit Drähten, die fest vernäht sind. Die entsprechenden Einrichtungen bevorzugen oft Masken mit Ohrgummis und herausnehmbarem Draht. Andere Menschen oder Einrichtungen legen Wert auf eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit beim Tragen der Maske. Sie wünschen sich oft Masken mit fest vernähten Bindebändern bzw. flexibler / austauschbarer Befestigung und herausnehmbarem Nasendraht. Manche Menschen oder Einrichtungen benötigen in ihren Masken auch eine Filtertasche für zusätzliche Einweg-Filtermaterialien.

Wenn die Empfänger:innen der Masken noch unsicher sind, was für sie am besten ist, hilft vielleicht unsere Info-Seite zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Maskenformen und Befestigungsarten oder unsere obigen Informationen zu Nasendraht und Filtereinlagen weiter. Oder du probierst erstmal ein Modell aus und wartest dann auf Rückmeldungen, bevor du in größerer Menge Masken herstellst.

Und wenn es nach der Fertigstellung der Maske doch Probleme beim Tragen gibt, schau gerne mal auf unserer Seite „Tipps und Tricks: Lösen von Problemen beim Masken tragen“ nach, ob du dort Hilfe findest.

Bei der Weitergabe von Masken solltest du darauf verzichten, diese als „Schutzmaske“, „Atemschutzmaske“, „Mundschutz“ o.ä. zu bezeichnen, weil damit eine medizinische Schutzwirkung versprochen wird. Statt dessen kannst du die Masken als Behelfsmasken, Alltagsmasken, Community-Masken, Mund-Nase-Abdeckung oder einfach als Mund-Nasen-Maske bezeichnen. Außerdem solltest du darauf hinweisen, dass Stoffmasken nur einen begrenzten Eigenschutz für die sie tragenden Personen bieten und in erster Linie dem Fremdschutz dienen.

Wenn du Masken an andere weitergibst, solltest du sie übrigens immer darauf hinweisen, dass sie die Maske vor dem Erstgebrauch waschen oder auskochen sollen, falls sie bei der Herstellung oder dem Transport bzw. auf dem Postweg kontaminiert wurde.

Wenn du deine Masken kostenlos oder zum Selbstkostenpreis (d. h. reiner Materialpreis plus ggf. Porto und Verpackung) abgibst, kannst du sehr gerne auch unsere Gebrauchshinweise in vielen verschiedenen Sprachen ausdrucken und den Masken beilegen.


Was muss ich beachten, wenn ich selbstgemachte Behelfsmasken verkaufen möchte?

Wenn du deine Masken gegen eine höhere „Spende“ oder „Aufwandsentschädigung“ als den reinen Materialpreis (plus ggf. Porto und Verpackung) abgibst oder sie normal verkaufst, brauchst du einen Gewerbeschein und musst deine erzielten Einnahmen und Ausgaben dann beim Finanzamt angeben und versteuern.

Du darfst unsere Informations-Materialien dann nicht direkt ausdrucken und deinen Masken beilegen, weil wir dies nur für nicht-kommerzielle Masken-Näher:innen erlauben. Du kannst aber einen Link zu unserer Seite mit den Gebrauchshinweisen bzw. den Downloads beifügen.

Beim Verkauf von Masken solltest du darauf verzichten, diese als „Schutzmaske“, „Atemschutzmaske“, „Mundschutz“ o.ä. zu bezeichnen, weil damit eine medizinische Schutzwirkung versprochen wird. Statt dessen kannst du die Masken als Behelfsmasken, Alltagsmasken, Community-Masken, Mund-Nase-Abdeckung oder einfach als Mund-Nasen-Maske bezeichnen. Außerdem solltest du darauf hinweisen, dass Stoffmasken nur einen begrenzten Eigenschutz für die sie tragenden Personen bieten und in erster Linie dem Fremdschutz dienen.

Wenn du Behelfsmasken zum Verkaufen nähst, achte bitte darauf, ob die Ersteller:innen der Anleitung die Erlaubnis erteilt haben, nach ihrem Schnittmuster Masken zum Verkauf herzustellen. Wenn keine ausdrückliche Erlaubnis (z. B. in Form einer Creative-Commons-Lizenz oder einfach frei formuliert) dabei steht, hast du diese Erlaubnis nach dem deutschen Urheberrecht nämlich automatisch nicht. In diesem Fall frag am besten direkt bei den Ersteller:innen nach, ob du nach ihrem Muster Masken nähen und verkaufen darfst.

Außerdem solltest du dich informieren, ob für deine Masken eine Herstellerkennzeichnungspflicht (d. h. die Pflicht zur Angabe deines Namens und deiner Kontaktdaten) oder eine Textilkennzeichnungspflicht (d. h. die Pflicht zur Angabe, aus welchen Materialien dein Stoff zusammengesetzt ist) besteht. Dies kann v. a. bei wiederverwendbaren Masken der Fall sein. (Wenn du deine Masken unentgeltlich spendest und sie nicht öffentlich anbietest, betrifft dich dies nicht.)

Weitere Informationen zur Rechtssituation als gewerbliche:r Masken-Hersteller:in findest du z. B. bei der IT-Recht Kanzlei München (auch hier) oder beim Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V. (Gesamtverband textil+mode).

Als nicht-kommerzielles Projekt können wir selbst das gewerblicher Thema Masken-Verkauf leider nicht detaillierter behandeln.

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Wie kann ich das Nähen von Masken schneller und einfacher machen?

Viele fertige Masken aus bunten Stoffen in verschiedenen Stilen
Viele, viele Masken…

Spätestens nach der dritten selbstgemachten Maske fragen sich viele Näher:innen, ob das alles nicht auch schneller und einfacher geht… Daher haben wir hier Tipps und Tricks gesammelt, wie du das Anfertigen von Alltagsmasken beschleunigen und vereinfachen kannst.


Gute Vorbereitung

Es hilft oft, wenn du dir vor dem Nähen erst alles Material, Zubehör und Werkzeugen heraussuchst und bereitlegst. Dann musst du nicht dein Masken machen unterbrechen, weil du erst noch das Bügelbrett hinter dem Wäscheständer herauskramen oder die Drahtzange aus dem Werkzeugkasten fischen musst.

Auch wenn es unlogisch klingt: Gerade wenn du noch nicht viel Näherfahrung hast, schau dir die Anleitung immer einmal komplett and bzw. lies sie dir von vorne bis hinten durch, bevor du anfängst. Manchmal findest du dabei schon mögliche Abkürzungen. In jedem Fall sparst du aber hinterher beim Machen Zeit, wenn du schon verstanden hast, was du eigentlich tun solllst, und das Video bzw. den Text und die Bilder nur noch als Gedächtnisstütze und für die Details brauchst.

Das erste Mal dauert nämlich immer am längsten (deswegen sind unsere Zeitangaben bei den Anleitungen auch eher ungenau, v. a. wenn wir das Modell nur ein einziges Mal genäht haben). Denn da musst du nicht nur Nähen/Basteln, sondern die Anleitung überhaupt erst verstehen und dann mit deinen Materialien und in deinem eigenen Umfeld nachmachen. Wundere dich also nicht, wenn es am Anfang länger dauert – das geht uns allen so!

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Mehr als eine Maske nähen

Unser wichtigster Tipp zum Zeit sparen ist vermutlich dieser: Nähe mehrere Masken nach demselben Schnitt. Je öfter du nämlich bestimmte Arbeitsschritte schon gemacht hast, desto weniger musst du über sie nachdenken und desto schneller geht es. Selbst wenn du immer wieder neue Masken-Modelle ausprobierst, wiederholen sich viele Schritte so oder so ähnlich auch bei anderen Masken, so dass du dort nicht mehr bei Null anfangen musst.

Beim Zuschneiden kannst du Zeit sparen, wenn du mehrere Schichten Stoff auf einmal ausschneidest (das ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn du mehrfach genau das gleiche Teil brauchst – entweder für eine Maske als Innen- und Außenseite oder für mehrere Masken). Dazu legst du alle Stoffe in der gleichen Richtung (im Fadenlauf) aufeinander und steckst oder klammerst sie ggf. zusammen, damit sie nicht verrutschen. Dann markierst du dein Schnittteil und schneidest alles zusammen aus. Das geht am besten, wenn du das auf einem ausreichend großen, festen Unterlage machst (z. B. einem Tisch oder auf dem Fußboden machst) und eine scharfe Schere oder einen Rollschneider mit Schneidematte benutzt.

Noch schneller geht das Masken nähen, wenn du mehrere Masken auf einmal nähst. Dazu machst du jeden Arbeitsschritt immer bei allen Masken direkt hintereinander (also erst alle Stücke für alle Masken zuschneiden, dann alle Teile für alle Masken falten und feststecken, dann alles bügeln, dann an allen Masken die erste Naht nähen, und so weiter). Das fühlt sich ein bisschen wie Fließbandarbeit an, aber es geht erheblich schneller als immer erst eine Maske komplett fertig zu machen und dann erst die nächste anzufangen. Und am Schluss hast du dann gleich drei, fünf oder zehn Masken fast gleichzeitig fertig!

In diesem Prozess kannst du sogar noch mehr Zeit sparen, wenn du den Faden nicht nach jeder Naht einzeln abschneidest und dann wieder neu ansetzt, sondern einfach alle Masken in einer fortlaufenden Naht direkt „aneinander“ nähst (je nach Stelle mit oder ohne Verriegeln am Anfang und am Ende jeder Maske). Dann brauchst du hinterher nur noch die Fäden zwischen den Stoffstücken durchschneiden und musst nur noch ganz am Anfang und am Ende die losen Fadenenden kürzen. Die folgenden Fotos zeigen dir genauer, was damit gemeint ist. (Diese Technik geht auch, wenn du nur eine Maske nähst, aber z. B. sowohl am Innenteil als auch am Außenteil eine Mittelnaht schließen musst oder an beiden Teilen die Falten festnähen musst, bevor du sie zusammensetzt.)

Detail: fortlaufende Naht zwischen zwei Masken
Masken in einer fortlaufenden Naht „aneinander“ nähen (Schritt 1)
Detail: Fortlaufende Naht zwischen zwei Masken wird durchgeschnitten
Fäden zwischen den Masken hinterher durchschneiden (Schritt 2)

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Weitere Abkürzungen und Hilfsmittel in Stichworten

Einige Tricks, um das Nähen zu vereinfachen und zu beschleunigen, haben wir oben im Abschnitt zu Material und Werkzeug schon ausführlicher erklärt. Daher wiederholen wir sie hier nur noch einmal in Stichworten:

  • Schnittmusterschablone aus Pappe/Karton machen bzw. aufkleben und ausschneiden (wenn du mehrfach das gleiche Modell nähen willst)
  • Karopapier benutzen, um schnell rechte Winkel zu bekommen (für rechteckige Schnitte, die du selbst nachzeichnen musst)
  • Stoff reißen statt schneiden (geht nur mit Webstoff, nicht mit Jersey / Strickstoffen)
  • Rollschneider statt Schere benutzen
  • Zickzackschere benutzen statt Schnittkanten versäubern
  • Kanten mit dem Fingernagel falzen anstatt das Bügeleisen rauszuholen
  • fertige Heftstreifen oder spezielle Nasenbleche benutzen (erspart das Enden umbiegen beim Draht)
  • Befestigungsbänder schon vor dem Nähen in die Seitentunnel einlegen (erspart hinterher das Einfädeln).

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Was ist, wenn ich nicht nähen kann oder will?

Am besten schaust du zuerst, ob du eine Anleitung für eine geeignete Maske ganz ohne Nähen findest.

Statt zu nähen kann man aber auch an manchen Modellen zum Nähen vieles einfach tackern (mit dem Bürohefter vom Schreibtisch). Dann geht die Maske zwar evtl. eher in der Wäsche kaputt und du kannst dich schlimmstenfalls an den Metallklammern verletzen, aber als schnelle Lösung für den Sofort- oder Einmalgebrauch kann das trotzdem funktionieren. Du kannst auch ausprobieren, ob du den Stoff bzw. die Befestigungen mit Sicherheitsnadeln zusammenhalten kannst. Wenn du die Sicherheitsnadel von der Außenseite der Maske durch den Stoff stichst, verringerst du die Verletzungsgefahr ein wenig. Schnitte im OP-Masken-Stil sind für diese Methoden meist besser geeignet als solche im runden Stil.

Es gibt auch Bänder (z. B. Saumband), die man durch Bügeln fixieren kann anstatt zu nähen. Hier kommt es auf dein Masken-Modell an, ob diese Methode funktioniert.

Wenn du es vielleicht doch mal mit dem Nähen probieren möchtest, kannst du dir auch unser Video anschauen, in dem Christin aus unserem Team zeigt, wie man auch als ungeübte Person in ungefähr zehn Minuten aus einem Stück Stoff eine einfache Maske im OP-Stil näht und dazu bloß drei gerade Nähte braucht (und vier weitere kleine Nähte zur Befestigung der Ohrgummis):

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Weitere Informationen

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Wenn du selbst noch weitere Tipps und Tricks zu Materialien und Werkzeugen zum Masken machen oder zur Anpassung von Schnittmustern hast, deine Ideen zum Zeit sparen und Vereinfachen bei der Masken-Herstellung teilen möchtest oder weitere gute Masken-Anleitungen kennst, die ohne Nähen funktionieren, kannst du sie gerne unten in die Kommentare schreiben (oder uns über unser Kontaktformular eine Nachricht schicken).

Hinweis: Die Kommentare werden von uns manuell freigeschaltet. Wundere dich also nicht, wenn es mal ein bisschen dauert, bis dein Kommentar hier zu sehen ist.

5 Gedanken zu „Tipps und Tricks: Herstellung, Material und Werkzeuge“

  1. Karin hat uns einen Tipp zu Ohrgummis über das Kontaktformular geschickt (vielen Dank!):

    „Ich habe festgestellt, dass die etwas plüschigeren Varianten der Haargummis a) eine Kochwäsche überleben (erfolgreich ausgetestet) und b) nicht an den Ohren scheuern.
    Die findet man zurzeit noch in den Supermärkten.
    Nachteile: Sie sind vielleicht etwas größer als Ottonormalgummibänder und verhaken sich auch mit der Brille. Leider sind sie nur als Ganzes einzunähen und nur durch Aufschneiden wieder zu entfernen. Länge ist nicht veränderbar.
    Vorteile: Sind noch erhältlich, sind heiß waschbar und sind elastisch (!). Die kurze Länge wird durch das elastische Material wieder ausgeglichen.

    Ich hab die selbst ausprobiert in einer Essener Maske mit Tunnelzug – hält bombig.“

  2. Noch ein Tipp von Karin (vielen Dank!):
    „Bevor gar keine Maske da ist, funktionieren Baumwolltragetaschen hervorragend, sie reichen sogar in der Regel für zwei Masken. Weiterer Vorteil: Die sind meistens aus einem Stück, so dass man sich eine Naht bei genähten Masken sparen kann. Und Kochwäsche vertragen zumindest die unbedruckten problemlos, die anderen wandern vielleicht besser in einen Kochtopf nach der Benutzung.“

  3. Ich habe Masken mit dem Bügel von Aktendullis gemacht. Leider Brechen diese schon nach einmal tragen an den Stellen wo ein kleines Loch ist. Bei den Dullis ist an dieser Stelle das Plastik oder das Papier befestigt wo mit man sie in den Ordner heftet. Wenn der Steg dann gebrochen ist, sitzen diese leider nicht mehr sehr gut und auch die Brille beschlägt ständig. Bei dieser Variante sollte eine kleine Öffnung gelassen werden um den Draht jederzeit zu wechseln.

  4. Die „Nasenstege“ aus Heftstreifen sind mir zu lang und zu dick. Deshalb nehme ich sogenannte „Musterklammern“ (braucht man für Warensendungen, damit ein damit verschlossenes Kuvert zu Kontrollzwecken beschädigungsfrei zu öffnen und wieder zu schließen ist).

    Man benötigt Klammern aus Flachdraht, nicht die mit rundem Kopf. Zunächst mit einer kleinen Zange vorsichtig auseinander und halbwegs gerade biegen. Dann mit einem Hammer auf einer festen Unterlage mutig draufkloppen, bis die früheren Biegungen verschwunden sind. Es macht nichts, wenn die Bleche ein wenig krumm und schief werden, das stört in der Maske nicht.

    Die Länge diesen preiswerten Nasenstege ist perfekt – gehen nur über die Nase und stören nicht im Wangenbereich.

  5. Für den Nasendraht hat sich bei mir Aluflachdraht 1x5mm aus dem Schmuckbastelbereich am Besten bewährt. Findet man auf Ebay oder Amazon. Der rostet nicht und ist stabil genug, damit der Nasenbereich wirklich gut abgedichtet wird, ohne dass man ständig wieder nachbiegen muss. Alternativ geht auch Aludraht 2mm aus dem Schmuckbereich ganz gut.
    Wer testen will, wie gut die Maske wirklich filtert, kann das recht einfach mit einem Süßstofftester machen. Mehr Infos dazu:
    http://www.wikidorf.de/reintechnisch/Inhalt/MaskenBastelnBlog-02#A36

    Was den Atemwiderstand angeht, habe ich hier diverse Tests gemacht:
    http://www.wikidorf.de/reintechnisch/Inhalt/MaskenBastelnBlog-03#A15

    Mein Lieblingsmaterial, was sehr gut filtert und wo man noch gut durchatmen kann, sind die Real Mikrofaser-Geschirrtücher. Die findet man aber nur im Laden, nicht Online.

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