Behelfs-Maske von Burda Style, Vorderseite aufgefächert
Behelfs-Maske von Burda Style, Vorderseite Falten geschlossen
Behelfs-Maske von Burda Style, Innenseite

Details zu dieser Anleitung

Quelle: Burda Style: „Behelfsmaske selber nähen“ (Website)

(Die andere in dieser Anleitung beschriebene Maske runden haben wir hier getestet.)

Maskentyp: OP-Masken-Stil; Gummis/Bänder, Draht und Filtereinlage sind jeweils herausnehmbar

Auf derselben Seite/im PDF ist noch ein anderer Schnitt für eine runde Maske in Größe S-XL enthalten; ich habe aber nur die rechteckige in Einheitsgröße ausprobiert (dort aus blauem Stoff).

Sprache: deutsch

Verschiedene Größen? nein, aber in der Breite leicht anpassbar (Höhe ist etwas schwieriger, v. a. wenn man mehr oder weniger als die geplanten vier symmetrischen Falten machen möchte)

Inkl. Kindergrößen? nein, aber in der Breite leicht anpassbar (Höhe ist etwas schwieriger, v. a. wenn man mehr oder weniger als die geplanten vier symmetrischen Falten machen möchte)

Herstellungsdauer: Ich gucke anscheinend nie auf die Uhr, wenn ich nähe… ca. 1 Stunde?

Schnittmuster dabei? ja, in Originalgröße

PDF zum Runterladen? ja (Anleitung mit Schnittmuster als PDF)

Benötigtes Material und Werkzeug? (bei genähten Masken wird Nadel, Faden, Schere vorausgesetzt)

  • Dicht gewebter Baumwollstoff: ca. 25 x 50 cm
  • Gummiband, 5 mm breit: ca. 50 cm — dies ist die Länge für Ohrgummis; Kopfgummis müssen länger sein; Gummis können auch durch elastische oder nicht-elastische Bindebänder ersetzt werden
  • Draht, z. B. Blumendraht oder mittelstarker Basteldraht: ca. 15 cm — Heftstreifen geht auch und braucht keine Zange
  • Einlage zum Auswechseln (14 cm x 7 cm): z. B. Küchenpapier oder Hygiene-Vlies (z.B. Staubsaugerbeutel hochfiltrierend, Spülschwamm-Tuch mit Hygiene-Beschichtung u. Ä.)
  • 2 kleine Sicherheitsnadeln — werden hier zum Einfädeln und Befestigen der Ohrgummis genutzt; man kann aber auch einfach einen Knoten reinmachen, dann hat man so nah am Auge keine Sicherheitsnadel, die aufgehen kann.
  • Zange für den Draht

Ich habe meine Maske aus einem relativ dünnen alten Bettbezug aus Baumwolle genäht. Als Draht habe ich dünnen Basteldraht genommen. Zum Binden habe ich Jerseyschnüre eingezogen. Eine Einlageschicht habe ich nicht verwendet.

Verständlichkeit der Anleitung?

Dafür, dass Burda seit Jahrzehnten Schnittmuster herstellt, war die Anleitung erstaunlich schwer verständlich – zumindest im Vergleich mit den anderen Masken-Modellen, die ich bisher genäht habe. Auf den Fotos kann man nicht gut erkennen, was jeweils die Innen- und Außenseite des Stoffs ist, weil er von beiden Seiten gleich aussieht. Zusammen mit der diesbezüglich sparsamen Beschreibung hat das hat dazu geführt, dass meine Maske die schönen Stoffseiten jetzt innen hat. Macht aber funktionell keinen Unterschied.

Auch die Falttechnik brauchte mehrfaches Ausprobieren und einen Abgleich mit den Ergebnisfotos, bis ich verstanden hatte, dass in dieser Anleitung die eine Linie am Pfeilende auf die andere Linie an der Pfeilspitze gefaltet werden soll. D.h. die Bergfalte ist die Linie am Pfeilende, und die Talfalte entsteht genau zwischen den Linien. Die Linie an der Pfeilspitze hingegen ist überhaupt keine Falte. Nachdem ich vorher nach mehreren anderen Anleitungen genäht hatte, wo jede Linie auch eine Falte war, fand ich das hier nicht sehr klar gelöst (auch wenn es in der etablierten Schnittmustersprache natürlich korrekt dargestellt ist).

Nachtrag: Ich habe mir jetzt eine Vorlage für eine vereinfachte Version der Falten gemacht (Beschreibung zum Nachmachen ganz unten). Damit ist die Maske auch für weniger Näherfahrene deutlich einfacher zu nähen.

Wichtige Erfahrungen beim Nachnähen:

Nachdem ich endlich verstanden hatte, wie ich den Stoff falten soll, waren die vier Falten sehr fummelig exakt zu falten. Sie sind jeweils nur 1 cm breit, so dass man wirklich sehr genau sein muss. Mit etwas dickerem oder festerem Stoff wäre das sicher noch schwieriger gewesen.

Insgesamt finde ich die Falten einfach unnötig kompliziert. Sie sehen zwar auf dem akkurat gebügelten Ergebnisfoto gut aus, aber wenn man die Maske trägt, sieht man davon eh nichts mehr. Außerdem können in die beiden unteren Falten z. B. Staubkörnchen oder Pollen hineinfallen, weil sie sich nach oben und nicht nach unten öffnen. Ob das hygienisch so sinnvoll ist, weiß ich nicht.

Ansonsten ist die Anleitung aber gut verständlich. Jeder Schritt ist im Text erwähnt, aber es ist nicht für alles ein Foto dabei. Wenn man auch sonst Schnittmuster von Burda oder anderen großen Schnittmuster-Marken nutzt, die ähnlich knapp getextet und bebildert sind, dürfte diese hier kein Problem sein. Komplette Nähanfänger:innen sind aber vermutlich mit einer anderen Anleitung (vielleicht auch mit Video) besser beraten.

Wichtige Erfahrungen beim Tragen:

Bei mir ist die Maske leider etwas zu schmal und steht daher an den Seiten ab. An Nase und Kinn sitzt sie etwa genauso wie alle anderen rechteckigen Masken.

Ich habe die Maske nicht mit einer Filtereinlage getragen, kann also zu den vorgeschlagenen Materialien nichts sagen. Ein Einschubtest mit zwei Blättern Klopapier zeigt, dass ich an den Eingriffen Platz für vier Finger habe, also genug Platz zum „Rangieren“ ist. Ein bisschen fummelig ist es trotzdem, aber meine Einlage hatte auch nicht die richtige Größe.

Den Draht würde ich zum längeren Tragen noch gegen einen Heftstreifen austauschen, weil ich die bequemer finde.

Sonstige Anmerkungen:

Diese Maske ist wegen der fummeligen Falten nichts für die Massenanfertigung, aber wenn man nur ein paar Masken für den Eigengebrauch machen will und mit der ungewöhnlichen Darstellung der Falttechnik im Schnittmuster klarkommt, hat man hier eine vergleichsweise schicke Version des „OP-Masken-Stils“. Außerdem kann man diese Maske prima mit anderem Draht/anderen Bändern flexibel an die eigenen Bedürfnisse beim Tragen und Waschen anpassen.

Wenn ich die Maske nochmal nähe, dann würde ich sie insgesamt 2-3 cm breiter zuschneiden. Außerdem würde ich den Stoff einfach an beiden Teilen grob in drei etwas breitere Falten legen, die alle in die gleiche Richtung zeigen, um mir das nervige Gefummel zu ersparen. Eventuell würde ich die Nahtzugaben am inneren Teil auch etwas schmaler umfalten, damit der relativ feste Rand aus Tunnel und umgenähter Nahtzugabe insgesamt etwas schmaler ist (ich nehme an, das trägt in der jetzigen Version zum Abstehen bei).

Richtig gut finde ich aber die Konstruktion mit einem herausnehmbaren Draht und herausnehmbaren Gummis/Bändern. Diesen Teil würde ich auf jeden Fall bei einem weiteren Versuch übernehmen.

Nachtrag:

Ich habe diese Maske inzwischen mehrfach in einer vereinfachten und breiteren Version nachgenäht und bin mit dem Tragekomfort super zufrieden. Auch an den Seiten steht bei mir jetzt nichts mehr ab, auch nicht bei etwas festerem Stoff. Diese Variation ist definitiv mein aktuelles Lieblingsmodell!

Mein neues Schnittmuster ist insgesamt 3 cm breiter, und ich falte jetzt einfach 3x nach unten (statt wie im Original 2x nach oben und 2x nach unten); die einzelnen Falten sind 1,5 cm breit (statt im Original 1 cm).

Burda-Maske vereinfacht, Außenseite
Vereinfachte Version, außen
Burda-Maske vereinfacht, Innenseite
Vereinfachte Version, innen

Wer diese vereinfachte Version nachnähen will, schneidet sich also ein entsprechendes rechteckiges Stück Papier oder Karton aus (meine Schablone ist aus einem alten Tiefkühlpizza-Karton): Stoffmaße Außenteil 23 x 19 cm, Innenteil 20 x 19 cm, Nahtzugabe bereits enthalten. Dann zeichnest du vom oberen Rand jeweils eine parallele Querlinie nach 4 cm, dann eine nach weiteren 1,5 cm, dann nach weiteren 3 cm, dann nach weiteren 1,5 cm, dann nochmal nach 3 cm. Der verbleibende Rest ist 4,5 cm breit. Entlang dieser Linien wird dann gefaltet, so dass am Ende die Faltenspitzen alle zum unteren Rand der Maske zeigen.

Detail: Karton-Schnittmuster und Stoff mit kleinen Einschnitten zur Markierung der Faltstellen
Einschnitte für Markierung der Falten (Stoff ist der Anschaulichkeit wegen etwas gedehnt)

Ich übertrage die Markierungen für die Faltlinien inzwischen jeweils mit einem winzigen Schnitt (ca. 2 mm lang) in die Stoffkante. Das macht das Falten sehr einfach, und man sucht nicht mehr mühsam im Inneren von Falten nach der Stiftmarkierung. Außerdem bügle ich die Falten oft gar nicht mehr vorher ein, sondern stecke sie mir nur am Rand mit Stecknadeln fest, nähe dann wie beschrieben drüber und bügle erst danach (weil das das Umfalten der Seitenkanten vereinfacht).

Der Rest der Verarbeitung bleibt wie in der Original-Anleitung beschrieben.

Getestet von: Andrea (hat auch die Fotos gemacht)